Eröffnungsfest für das neue Pfarrheim St. Johannes

10. März 2017

Hochbetrieb auf der Baustelle und Endspurt: Mit einem großen Fest wird am 19. März ab 15:30 Uhr das neue Pfarrheim St. Johannes eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Wir laden herzlich zum gemeinsamen Feiern ein! Ein buntes Programm erwartet alle:

 

• Begrüßung durch Propst Dr. Michael Langenfeld und Grußworte

• Segnung der Räume durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn

• Vorstellung des raumgreifenden Leucht-Objekts „Lichtung“, das

   Telgter Frauen mit der Künstlerin Julia Arztmann geschaffen haben.          

   Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Dr. Andrea Brockmann

   berichten die Teilnehmerinnen über den kreativen Schaffensprozess

• Schlüsselübergabe durch Architekt Franz-Jörg Feja (mit einer kleinen

   Überraschung für alle)

• Gospelchor St. Marien

• Fotopräsentation über die Baufortschritte der letzten eineinhalb Jahre

• Gästebuch

• Spiele im Kindergartenbereich

• Kaffee – Kuchen – Getränke

• Besichtigung aller Räume.

 

Es soll ein Tag großer Freude für die ganze Gemeinde St. Marien und darüber hinaus für viele Telgter werden, die sich für die Umgestaltung der ehemaligen St.-Johanneskirche eingesetzt hatten. Die Umbaufortschritte waren ja auch im Bautagebuch auf der Homepage von St. Marien stets  zu sehen.

Mit der offiziellen Eröffnung endet eine beträchtlich lange Zeit des Übergangs von der Kirche St. Johannes Evangelist zum Pfarrheim St. Johannes, „vom Streitobjekt zum gemeinsamen Raum“ – so hatte Propst Dr. Langenfeld im Weihnachtspfarrbrief 2016 die Situation beschrieben und damit zugleich einen Eckpunkt für die künftige Nutzung angegeben. Ein „Streitobjekt“ – denn seitdem im Herbst 2011 das Bistum Münster entschieden hatte, dass der Kirchenbau als liturgischer Raum nicht mehr genutzt werden solle, gab es im Laufe des Jahres 2012 erhebliche Widerstände gegen die Profanierung und den geplanten Abriss der Kirche und verletzende Kontroversen in der Gemeinde, wie mit der Situation umzugehen sei. Letzten Endes führten die öffentlich ausgetragenen Konflikte zu einem guten Kompromiss: An der Profanierung der Kirche führte aus der Sicht des Bistums kein Weg vorbei, aber sie sollte umgebaut und als Pfarrheim mit einbezogener Nutzung durch den Kindergarten Verwendung finden.

Im Mai 2013 konnte dann das Architekturbüro Feja + Kemper die Pläne für die Umnutzung öffentlich vorstellen. Die Planung wurde zu Recht als schwierige Aufgabe und eine Herausforderung angesehen, denn sie musste die Raumvorgaben, den vorhandenen Grundriss, den Kostenrahmen und die Vorgaben durch den Denkmalschutz berücksichtigen. Doch die Entwürfe stießen allgemein auf große Zustimmung. Damit war eine Grund-voraussetzung gegeben, deren Verwirklichung unserem 2014 neu nach Telgte gekommenen Propst ein Anliegen ist und war: Konsens in der Gemeinde wiederherzustellen, deren Einheit seit der Fusion im Jahre 2006 bis dahin noch eher Aufgabe als Wirklichkeit gewesen war. Im Herbst 2015 konnten die Umbauarbeiten beginnen.

Das Gebäude ist ein gemeinsamer Raum für möglichst viele Gruppen und Gruppierungen der Kirchengemeinde. Dazu trägt die Möglichkeit multifunktionaler Nutzungen bei: Raumtrennungen können durch große bewegliche Trennwände hergestellt oder aufgehoben werden; ein Mittelgang mit verglaster Decke sorgt für Transparenz und ein großartiges Raumerlebnis. Die Räume verteilen sich auf den Bereich der vier Rotunden; eine gut eingerichtete Küche nimmt den Raum der früheren Sakristei ein. Die Vierung bleibt frei, erschließt die Räume und kann auch als Erweiterungsfläche für den Andachtsraum gegenüber dem Haupteingang dienen. Die Mitnutzung durch den Kindergarten wird durch eine direkte Verbindung zum Hauptgebäude erleichtert.

Erfreulich ist, dass die vorgesehene Umbauzeit nur geringfügig überschritten wurde und dass der Kostenrahmen weitgehend eingehalten werden konnte. So ist ein gelungener Bau entstanden, dessen Funktionalität sich jetzt beweisen muss und wird. Über Telgte hinaus gewinnt der Umbau dadurch Aufmerksamkeit, dass es letztlich doch möglich geworden ist, eine ehemalige Kirche nicht abzureißen oder völlig zweckentfremdet profaner Verwendung zuzuführen, sondern sie für die gesamte Kirchengemeinde sinnvoll zu nutzen.

Dr. Rudolf Suntrup

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